Bei der Betonproduktion Stoffkreisläufe schließen

20.09.2017
 

Recyclingbeton Standard in zwei Holcim Betonwerken

Stuttgart. In jedem Neubau kann künftig ein Stück einer abgerissenen Brücke oder eines anderen abgerissenen Betonbaus stecken – zumindest in großen Städten wie Stuttgart. Im Abbruch steckt viel mineralisches Material, das viel zu schade für die Deponie ist. Anstatt Splitt aus Steinbrüchen zu holen, setzen die beiden Holcim Betonwerke im Stuttgarter Neckarhafen und in Kirchheim/Teck Recycling-Material aus mineralischen Baustoffen zur Betonherstellung ein. „Das ist in diesen Werken für uns inzwischen Standard“, sagt Hagen Aichele, Leiter der Region Stuttgart bei Holcim.

In den kommenden Jahren werden zahlreiche Betonbauten aus den 50er, 60er, 70er Jahren im Zuge von Rückbau- oder neuen Infrastrukturmaßnahmen in Ballungsräumen abgerissen. Deponieraum ist knapp, ein Grund mehr, alles mineralisch Wertvolle aufzubereiten. Hagen Aichele erklärt: „Die Verwendung des aufbereiteten Recycling-Materials schont nicht nur die Steinbrüche, in denen der Primärrohstoff gewonnen wird, sondern vor allem spart es weite Transportwege - und verringert damit letztlich auch den Ausstoß von Kohlendioxid.“

Recycling-Beton ist so gut wie konventioneller Beton

Wenn sowohl die Betonherstellung als auch die Bauschuttaufbereitung in Großstädten oder ihrer nahen Peripherie liegen, sind zwei wesentliche Erfolgsfaktoren für den Einsatz von  Recyclingbeton erfüllt. Natürlich muss das recycelte Material von hoher Qualität sein. Der Träger des Deutschen Umweltpreises 2016, die Firma Heinrich Feeß GmbH & Co. KG aus Kirchheim/Teck ist dafür eine gute Adresse. Hier wird Abbruchmaterial zu wertvollem Recycling-Zuschlag aufbereitet, um es hochwertig wieder in den Kreislauf der Bauwirtschaft zurückzuführen. Holcim verwendet den von Feeß hergestellten recyclierten Gesteinszuschlag – und spart damit den Primärrohstoff Splitt.

Der Holcim-Verantwortliche Hagen Aichele erklärt: “Beton ist ein genormtes Produkt und unterliegt einer strengen Güteüberwachung. In unserem eigenen Labor werden die Rezepturen entsprechend den Beton-Normen erstellt und genau auf die Anforderungen der Kunden angepasst. Unsere Recyclingbetone weisen dieselben Eigenschaften auf wie jeder konventionelle Transportbeton. Nach unseren Erfahrungen lassen sich bisher keine Unterschiede sowohl in den Frisch- wie auch in den Festbetoneigenschaften feststellen. Die Verarbeitbarkeit oder die Entmischungsneigung unterscheiden sich nicht zu Normalbeton.“

 

 

 

 

 

 

 

Im Betonlabor des Stuttgarter Holcim Betonwerks finden laufende Qualitätskontrollen statt, mit denen sichergestellt wird, dass alle Betonsorten – konventioneller Beton genauso wie Recyclingbeton – den strengen Normen genügen.