Ersatzroh- und Ersatzbrennstoffe

 

Abfallstoffe restlos und schadlos verwerten

Neues Emissionsschutzgesetz – schärfere Grenzwerte

Kohle zu sparen und durch einen anderen Brennstoff zu ersetzen, bedeutet nicht nur, natürliche Ressourcen zu schonen, sondern den Energiegehalt von Abfallstoffen sinnvoll zu nutzen. So liefern beispielsweise alte Reifen oder Dachpappe wertvolle Energie – und werden in diesem Zug restlos und schadlos verwertet. Der Einsatz von Ersatzbrennstoffen soll künftig erhöht werden.

Die Verwertung von Trockenklärschlamm, Altreifen, Papierfaserfangstoffen, Kunststoffen oder Altreifen ist nicht neu: Bereits 1982 wurde mit dem Einsatz von Altreifen in Dotternhausen begonnen. Der Leiter für Ersatzroh- und Ersatzbrennstoffe Dr. Friedrich Wimmer erklärt: „Nicht jeder Stoff kann in unserem Brennprozess eingesetzt werden. Wir sind da sehr wählerisch, weil der Zementherstellungsprozess ein komplexes Gefüge ist, das nur ausgewählte Stoffkombinationen duldet. Darüber hinaus dürfen die Emissionen nicht beeinflusst werden.“ Nach über dreißig Jahren Know-How mit Ersatzbrennstoffen soll der Einsatz die nächsten Jahre Schritt für Schritt erhöht werden.

Im Schnitt wurde im Zementwerk in den letzten Jahren 60 % Kohle ersetzt – in ferner Zukunft könnten es zum Teil bis zu 100 % sein. Den Antrag zur Genehmigung hat Holcim beim Regierungspräsidium eingereicht. Holcim orientiert sich dabei an den neuen Emissionsschutzrichtlinien, die schrittweise ab 2016 und vollends ab 2019 in Kraft treten. Dank dem großen Erfahrungsschatz und erprobter Technik kann Holcim diese Vorgaben bereits heute erfüllen.

Dr. Friedrich Wimmer erklärt, wieso es sinnvoll ist, im Zuge der neuen Gesetzgebung 100 % zu beantragen: „Bislang gab es verschiedene Grenzwerte – abhängig von Ersatzbrennstoffeinsatz. Beim Einsatz von 0 – 60 % waren andere Grenzwerte vorgegeben als bei 60 – 100 %. Mit der neuen Gesetzgebung gelten neue und gleichzeitig strengere Grenzwerte – unabhängig davon wie viel Prozent Ersatzstoffe eingesetzt werden. Insofern ist es sinnvoll, 100 % zu beantragen – auch wenn wir definitiv in absehbarer Zeit maximal 75 % erreichen. Sowohl von den Bezugsmengen als auch von der Logistik her ist das ein anspruchsvolles Ziel“.